Schuppenflechte ist weit mehr als eine Hautkrankheit. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen greifen die Entzündungen auf die Gelenke über – und neue Forschung zeigt jetzt, wie das passiert.
Was Psoriasis wirklich ist
Rötliche, stark schuppende Hautstellen mit heftigem Juckreiz – so zeigt sich Psoriasis für Außenstehende. Doch im Körper spielt sich mehr ab: Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigene Hautzellen angreift. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber heute gut behandelbar.
Wenn die Entzündung die Gelenke erreicht
Bei etwa jedem dritten Menschen mit Psoriasis entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Psoriasis-Arthritis – eine entzündliche Gelenkerkrankung. Schmerzen, Schwellungen und Steifheit können jeden Körperbereich treffen: Finger, Zehen, Wirbelsäule oder größere Gelenke wie Knie und Hüfte. Unbehandelt kann die Arthritis zu dauerhaften Gelenkschäden führen.
Neue Erkenntnisse aus der Forschung
Forscher am Uniklinikum Erlangen haben einen wichtigen Mechanismus entschlüsselt: In der entzündeten Haut von Psoriasis-Patienten bilden sich bestimmte Immunzellen, sogenannte myeloische Vorläuferzellen. Diese verlassen die Haut, wandern über den Blutkreislauf und siedeln sich in den Gelenken an – wo sie erneut Entzündungen auslösen. Dieser Weg erklärt, warum Haut- und Gelenkerkrankung bei Psoriasis so eng zusammenhängen.
Ein Bluttest als Frühwarnsystem?
Die Entdeckung dieser spezifischen Immunzellen im Blut eröffnet eine spannende Perspektive: Ein Bluttest könnte künftig erkennen, ob bei einem Psoriasis-Patienten ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Arthritis besteht – bevor die Gelenksymptome auftreten. Das würde eine frühzeitigere, gezieltere Behandlung ermöglichen und dauerhafte Schäden verhindern helfen.
Was Betroffene jetzt wissen sollten
Wer an Schuppenflechte leidet und neu auftretende Gelenkschmerzen bemerkt – besonders morgens oder nach längeren Ruhephasen – sollte das ärztlich abklären lassen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung der Psoriasis-Arthritis kann den Verlauf deutlich verbessern. Rheumatologen und Dermatologen arbeiten bei der Behandlung eng zusammen.
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