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Du putzt – aber bewusst?

Deine Zähne begleiten dich ein Leben lang. Und trotzdem greifen wir beim Putzen oft ganz automatisch zu dem, was im Bad steht – ohne groß darüber nachzudenken, was eigentlich drinsteckt. Dabei gibt es längst Alternativen, die natürlicher daherkommen und sich genauso gut in deinen Alltag integrieren lassen. Wenn du Lust hast, deine Zahnpflege bewusster zu gestalten, findest du hier Inspiration – sanft, alltagstauglich und ohne erhobenen Zeigefinger.

Natürlich sauber – warum weniger oft mehr ist

Zahnpasta mit bunten Streifen sieht hübsch aus, klar. Doch dieser Effekt dient vor allem der Optik. Hinter der Farbe stecken meist Zusätze, die für deine tägliche Routine keinen echten Mehrwert bieten. Auch Schaumbildner, sogenannte Tenside, sind häufig enthalten. Sie sorgen für viel Schaum im Mund – notwendig sind sie laut Expertenmeinung jedoch nicht unbedingt. Dass weniger Inhaltsstoffe oft mehr bewirken, gilt übrigens auch bei der Hautpflege – besonders wenn sie empfindlich reagiert, wie du in unserem Beitrag über Hautpflege bei Neurodermitis nachlesen kannst.

Stattdessen setzen manche Produkte auf schlichtere Rezepturen. Kieselsäure zum Beispiel wird als feiner Putzkörper eingesetzt. Sie löst Beläge und Verfärbungen mechanisch und sorgt für eine glatte Zahnoberfläche. Das kann es Bakterien schwerer machen, sich neu festzusetzen.

Ein weiterer bekannter Bestandteil ist Xylit, auch Birkenzucker genannt. Diesen Stoff kennen viele aus der Zahnpflege. Er steht im Zusammenhang mit dem Bakterium Streptococcus mutans, das nahezu jeder von uns im Mund trägt. Ist es stark vertreten, kann das Karies begünstigen. In Zahnpflegeprodukten wird Xylit niedrig dosiert eingesetzt und nicht geschluckt. Auch wenn hohe Mengen in anderen Zusammenhängen diskutiert werden, gilt für die übliche Anwendung beim Zähneputzen Entwarnung.

Spülung – der sanfte Abschluss

Viele Mundspülungen enthalten Alkohol. Doch es geht auch ohne. Pflanzliche Bestandteile wie Salbei, Myrrhe, Kamille, Teebaumöl oder Ratanhia finden sich in manchen Rezepturen wieder. Sie werden traditionell für die Mundpflege genutzt und sind für viele eine angenehm milde Ergänzung zur täglichen Reinigung.

Wichtig ist der Unterschied: Ein Mundwasser sorgt vor allem für frischen Atem. Eine Mundspülung geht darüber hinaus und erreicht auch Bereiche, die deine Zahnbürste nur schwer erreicht. Nach dem Putzen bewegst du die Lösung etwa 30 Sekunden im Mund, dann spuckst du sie aus. Nicht schlucken und nicht mit Wasser nachspülen – so bleibt das Pflegegefühl länger erhalten.

Zahnseide – klein, aber kraftvoll

Hand aufs Herz: Zahnseide wird im Alltag gern mal ausgelassen. Dabei kann sie in den Zahnzwischenräumen einiges bewegen. Richtig angewendet entfernt sie einen großen Teil der Plaque-Bakterien aus genau den Bereichen, in denen Karies und Parodontitis entstehen können.

Empfohlen wird, sie mindestens einmal täglich zu verwenden. Rolle dir dafür etwa zwölf bis 15 Zentimeter ab – für jeden Zwischenraum ein frisches Stück – und bewege den Faden behutsam auf und ab. Nicht sägen oder kreuz und quer ziehen. Gewachste Zahnseide gleitet oft leichter. Für größere Zwischenräume gibt es dickere Varianten, die sich auch bei Brücken oder Implantaten eignen.

Wenn dir Zahnseide nicht liegt, können Interdentalbürsten eine Alternative sein – besonders für die Backenzähne, wo sich erfahrungsgemäß viel Plaque sammelt.

Ein weiterer Gedanke: Herkömmliche Zahnseide besteht meist aus Nylon auf Erdölbasis. Inzwischen gibt es Varianten aus natürlicher Seide mit Bienenwachs. Auch Interdentalbürsten mit Bambusgriff sind erhältlich. Wer Müll reduzieren möchte, findet hier passende Optionen.

Zungenschaber – frischer Atem beginnt hinten

In deinem Mund leben rund tausend verschiedene Pilz- und Bakterienarten. Etwa 60 Prozent davon sitzen auf der Zunge. Ihre raue Oberfläche mit den kleinen Papillen bietet Mikroben ideale Bedingungen. Wenn sie sich dort stark vermehren, kann das nicht nur unangenehmen Geruch verursachen, sondern auch Zähne und Zahnfleisch belasten.

Mit einem Zungenschaber kannst du diese Beläge gezielt entfernen. Ziehe ihn nach dem Zähneputzen vorsichtig vom hinteren Zungenbereich nach vorne. Auch hier gibt es nachhaltige Varianten aus Kupfer oder medizinischem Edelstahl.

Ölziehen – ein Ritual aus der Ayurveda-Tradition

Vielleicht hast du schon vom Ölziehen gehört. Diese Methode stammt aus der indischen Ayurveda-Lehre. Noch vor dem Zähneputzen nimmst du einen Esslöffel Pflanzenöl – etwa Sesam- oder Kokosöl – in den Mund. Bewege es zehn bis 15 Minuten lang hin und her und ziehe es durch die Zahnzwischenräume.

Das Öl verbindet sich mit dem Speichel und nimmt dabei Bakterien aus dem Mundraum auf. Danach spuckst du es in ein Papiertuch und entsorgst es im Hausmüll. Viele empfinden dieses Ritual als bewussten Start in ihre Mundhygiene.

Zahnputztabletten – minimalistisch putzen

Eine Alternative zur klassischen Zahnpasta sind Zahnputztabletten. Du kaust eine Tablette pro Putzgang, sie fühlt sich zunächst trocken und etwas bröselig an. Durch das Kauen vermischt sie sich mit Speichel, bis eine cremige Paste entsteht. Dann putzt du wie gewohnt mit der Zahnbürste.

Die Tabletten kommen meist mit weniger Inhaltsstoffen aus. Enthalten sind unter anderem Kieselerde und mikrofeine Zellulosefasern zum Polieren der Zähne. Natron und Zitronensäure regulieren den pH-Wert im Mund. Hinzu kommen Hilfsstoffe sowie Menthol und Minze für ein frisches Gefühl. Manche Varianten enthalten Fluorid.

Oft wird betont, dass Zahnputztabletten ohne Mikroplastik auskommen und keine Tube benötigen. Gerade unterwegs sind sie platzsparend. Allerdings eignen sie sich nicht für jeden: Menschen mit Mundtrockenheit oder empfindlichen, freiliegenden Zahnhälsen greifen besser zur klassischen Variante. Für Kinder unter sechs Jahren sind sie ebenfalls nicht gedacht. Am Ende entscheidet dein persönliches Gefühl.

Auf die richtige Reihenfolge kommt’s an

1. Beginne mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste. So entfernst du zuerst den groben Belag aus den Zahnzwischenräumen.
2. Danach putzt du mit Zahnbürste und Zahncreme. In den nun freien Zwischenräumen können die Putzstoffe besser ankommen.
3. Mit dem Zungenschaber reinigst du die Zungenoberfläche.
4. Den Abschluss bildet die Mundspülung. Nur ausspucken, nicht mit Wasser nachspülen.

Ideale Vorsorge: Zweimal pro Jahr zum Zahnarzt gehen!

Bio für die Beißer – dein bewusster Weg

Natürliche Zahnpflege bedeutet nicht Verzicht, sondern Entscheidung. Vielleicht tauscht du nur ein Produkt aus. Vielleicht probierst du ein neues Ritual wie das Ölziehen. Vielleicht bleibst du auch bei deiner gewohnten Routine und achtest nur bewusster auf die Inhaltsstoffe. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein gutes Gefühl – jeden Morgen und jeden Abend vor dem Spiegel.

Wenn du deinen natürlichen Beauty-Alltag noch weiter ausbauen möchtest, findest du in unserem Beitrag über den Glow-Up mit natürlicher Pflege weitere Anregungen für eine bewusstere Routine.

Jetzt bist du dran! Wie sieht deine persönliche Zahnpflege-Routine aus und welche natürlichen Alternativen hast du vielleicht schon ausprobiert? Teile deine Erfahrungen und Gedanken auf Social Media unter #Best2yuCommunity und inspiriere andere, ihre Mundpflege bewusster zu gestalten.

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