Vielleicht fühlst du dich gesund, hast keine Beschwerden und schiebst das Thema Vorsorge deshalb gern vor dir her. Gerade beim Darmkrebs ist genau das tückisch: Er wächst meist langsam und bleibt lange unbemerkt. Doch wer rechtzeitig zur Untersuchung geht, kann sein Risiko deutlich senken – und im besten Fall Schlimmeres verhindern.
Darmkrebs – häufig und oft lange unbemerkt
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Tumorarten. Rund 55.000 Menschen in Deutschland erhalten jedes Jahr diese Diagnose. Besonders betroffen sind ältere Menschen: Frauen sind im Durchschnitt 75 Jahre alt, Männer etwa 71. Gleichzeitig zeigt sich, dass zunehmend auch Menschen unter 50 erkranken. Warum das so ist, lässt sich bislang nicht eindeutig erklären.
Bekannt sind jedoch einige typische Risikofaktoren. Dazu zählen Rauchen, Bewegungsmangel, eine ballaststoffarme Ernährung und Alkoholkonsum. Was Darmkrebs zusätzlich so gefährlich macht: Ein Tumor im Dick- oder Enddarm verursacht oft lange keine Beschwerden. Da er in der Regel langsam wächst, bleibt er zunächst unbemerkt. Genau deshalb spielt die Früherkennung eine so wichtige Rolle.
Ab 50 zur Darmspiegelung
Sowohl Männer als auch Frauen können ab dem 50. Lebensjahr eine Darmspiegelung – auch Koloskopie genannt – auf Kassenkosten durchführen lassen. Für Männer galt diese Altersgrenze schon länger, da sie nicht nur häufiger, sondern auch früher erkranken. Frauen hatten früher erst ab 55 Anspruch auf die Untersuchung.
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf zwei Koloskopien im Abstand von mindestens zehn Jahren. Wenn du deine erste Untersuchung allerdings erst ab 65 wahrnimmst, kannst du nur noch eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen.
Als Alternative gibt es einen Stuhltest. Zwischen 50 und 54 Jahren kannst du ihn jährlich durchführen lassen, danach alle zwei Jahre. Dieser Test weist unsichtbare Blutspuren im Stuhl nach, die ein Hinweis auf Krebs sein können. Du kannst ihn ganz unkompliziert zu Hause durchführen und anschließend in der ärztlichen Praxis abgeben. Ist das Ergebnis auffällig, wird zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung empfohlen.
Keine Angst vor der Untersuchung
Der Gedanke an eine Darmspiegelung löst bei vielen Menschen Unbehagen aus. Das ist absolut nachvollziehbar. Doch zu wissen, was genau passiert, nimmt oft einen Teil der Unsicherheit.
Bei der Koloskopie wird ein dünner, flexibler Schlauch mit Kamera und Lichtquelle durch den After in den Dickdarm eingeführt. Die Ärztin oder der Arzt betrachtet die Schleimhaut sorgfältig. Dabei können Polypen – mögliche Krebsvorstufen – direkt entfernt und anschließend untersucht werden. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 15 und 45 Minuten.
Vor Beginn wird ein Beruhigungs- oder Narkosemittel angeboten. Viele Menschen verschlafen die Untersuchung daher ganz entspannt. Wichtig ist nur: Danach darfst du für 24 Stunden kein Auto fahren und keine Maschinen bedienen.
Die richtige Vorbereitung
Damit die Darmwand gut sichtbar ist, muss der Darm vollständig gereinigt sein. Das bedeutet: Am Vortag und eventuell auch am Untersuchungstag selbst trinkst du spezielle Abführmittel und mehrere Liter Flüssigkeit. Feste Nahrung ist in dieser Zeit nicht erlaubt.
Bereits einige Tage vorher solltest du bestimmte Lebensmittel meiden. Körnerhaltige Speisen wie Müsli oder Vollkornbrot, sehr ballaststoffreiche Gerichte sowie Obst und Gemüse mit kleinen Kernen stehen dann besser nicht auf dem Speiseplan. Auch wenn diese Vorbereitung etwas Überwindung kostet – sie ist entscheidend für eine aussagekräftige Untersuchung.
Und danach?
In den meisten Fällen kannst du nach der Untersuchung wieder etwas Leichtes essen. Wurden größere Polypen entfernt, solltest du mit dem Essen noch warten. Ist der Befund unauffällig, genügt in der Regel eine Wiederholung nach zehn Jahren.
Wenn auffällige oder mehrere Polypen entfernt wurden, kann eine erneute Darmspiegelung bereits nach drei bis fünf Jahren sinnvoll sein. Deine Ärztin oder dein Arzt informiert dich darüber, welcher Abstand in deinem Fall empfohlen wird.
Warum die Koloskopie so wichtig ist
Die Darmspiegelung gilt als die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs. Etwa 95 Prozent aller Karzinome lassen sich damit entdecken. Statistisch gesehen kann sie das Risiko, an Darmkrebs zu sterben, um rund 70 Prozent senken. Das macht sie zu einer echten Lebensversicherung.
Nach der Untersuchung kann es vereinzelt zu eher harmlosen Beschwerden wie Blähungen oder leichtem Schwindel kommen. In sehr seltenen Fällen treten nach einer Polypenentfernung Blutungen auf. Insgesamt gilt die Koloskopie jedoch als sicheres Verfahren.
Was gilt bei erhöhtem Risiko?
Wenn enge Verwandte an Darmkrebs oder an Polypen erkrankt sind, solltest du dich ärztlich beraten lassen und möglicherweise schon vor dem 50. Lebensjahr zur Untersuchung gehen. Auch bei erblichen Syndromen wie dem Lynch-Syndrom oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen kann eine frühere und häufigere Kontrolle angezeigt sein. In diesen Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten ebenfalls.
Vorsorge ist kein Zeichen von Angst, sondern von Selbstfürsorge. Es geht darum, gut für dich zu sorgen – auch dann, wenn du dich eigentlich gesund fühlst. Dein Körper sendet nicht immer sofort Warnsignale. Manchmal ist es klug, selbst aktiv zu werden.
Jetzt bist du dran! Wie stehst du zur Darmkrebsvorsorge – schiebst du das Thema eher auf oder hast du dich schon bewusst dafür entschieden? Teile deine Gedanken und Erfahrungen rund um Vorsorge und Selbstfürsorge auf Social Media unter #Best2yuCommunity und inspiriere andere, gut auf sich zu achten.




